Unter Theater kann sich, in der Regel, jeder Mensch etwas vorstellen und auch was unter Pädagogik verstanden wird ist durchaus klar. . . Der Begriff der Theaterpädagogik ist jedoch weitläufig und soll nun, im Ansatz, ein wenig erläutert werden. 
Theaterpädagogische Konzepte haben in den letzten Jahren immer mehr an Stellenwert gewonnen. Was für unsere nordischen Nachbarn schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist (gelebte Museen, schauspielgeleitete Führungen, fest eingebundene Projekte an Schulen und dergleichen mehr) bahnt sich bei uns in Deutschland nun erst seinen Weg.
Lassen Sie mich hier nun einige Erklärungen liefern, warum dem Ganzen eine noch viel größere Bedeutung zugestanden werden sollte. . .
 
 
 
Handlungsziele theaterpädagogischen Arbeitens:
Das erste Handlungsziel ist in jedem Fall, dass die Teilnehmer Spaß haben am Theaterspiel, am kreativen Handeln und an einem Miteinander. Der Vorteil einer theaterpädagogischen Maßnahme ist der, dass die eigentlichen Ziele mehr wie „nebenher„ erreicht werden und der Charakter des Lernens nicht im Vordergrund steht, quasi von alleine stattfindet, sich ergibt. 
Die Wirkweisen, die sich dabei für die Spielenden ergeben sind im Einzelnen:

Auf die Verhaltensweise 
Theater spielen ist ein ständiges sich auseinander setzen mit einer fremden Rolle, einer fremden Biographie, einer fremden Figur. Da teilnehmende kleine oder auch große Menschen in ihrem Alltag (Schule, Freunde, Eltern, Freunde, Kollegen usw.) weitgehend schon in „festen„ Verhaltensschemen „eingepasst„ sind, ergibt sich durch die Theaterrolle die Möglichkeit ein neues Handlungsrepertoire zu erlangen.

Auf die Ausdrucksfähigkeit 
Gerade durch die Einbindung in verschiedene gesellschaftliche Strukturen, den festen Rollen in Familie, Schule, der Peergruppe, die die Realität bilden, ist es im Alltagsgeschehen schwierig sich neu zu definieren, aus eingefahrenen Handlungsmustern auszubrechen, diese überhaupt erst einmal zu finden. Das Theaterspiel kann daher als Raum genutzt werden sich auf eine neue Art und Weise äußern zu können.

Auf die Persönlichkeit 
Es kommt zu einem Zuwachs persönlicher Wirkungskraft durch die Identifikationsfigur.

Auf den ästhetischen Ausdruck 
Erweiterung der Fähigkeit Neues zu erfahren. Es kommt, auch durch die gemeinsame Stückentwicklung, zu einer differenzierten Entwicklung einer neuen Sichtweise. . . 

Kinder und Jugendlichen werden darüber hinaus in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert und gefordert. Als einzelne Bereiche seien genannt:
 
  • Verbesserung der Kommunikationsfähikeit
  • Entwicklung Sozialer Kompetenzen
  • Erweiterung des persönlichen Erlebnisrahmens
  • Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten ("Trau Dich!")
  • Erfahrung persönlicher Grenzen
  • Selbswahrnehmung/Selbseinschätzung (Vertrauen zu sich selbst entwickeln)
  • Steigerung der Merkfähigkeit
  • Problemlösendes Denken
  • Steigerung kreativer Fähigkeiten
  • Körpertraining
 
Diese Elemente rüsten Kinder und Jugendliche für die Anforderungen, die heute und in der Zukunft an sie gestellt werden.
 
. . .und: Was für Kinder und Jugendliche gut ist kann für Erwachsene nicht schlecht sein!
 
Theaterpädagogik ist nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene können dadurch noch viel über sich selbst und ihren Gegenüber lernen, mit der selben Freude, der selben Zieldefinition!